Donnerstag, 10.09.26: Egon Krenz - Kommunist
Als Kronprinz von Erich Honecker machte Egon Krenz SED-Karriere, am Ende war er Staatschef der DDR - doch nur für 50 Tage. Nach der Wiedervereinigung musste er wegen Mitverantwortung für die Mauertoten mehrere Jahre in Haft. Der Film blickt mit neuer Perspektive auf den Niedergang der DDR und liefert damit einen wertvollen Beitrag zur wachsenden „DDR-Ostalgie“, die die AfD offenbar erfolgreich für sich zu nutzen versteht. Vor dem Film gibt es eine Einführung und danach ein Filmgespräch. Ort: Kinocafé Taufkirchen Mitfahrgelegenheit von Dorfen um 19:30 Uhr ab Johanniscafé. Veranstaltungsort: Taufkirchen, Kinocafé Beginn: 20:00 Uhr |
Über das vielbesprochene Buch eines Realschullehrers
Eigentlich müsste er mit seiner Situation mehr als zufrieden sein. Er, das ist Jonas Schreiber, ein junger Realschullehrer aus der Münchner Gegend. Er ist verbeamtet, kann also nach seiner beruflichen Tätigkeit mit einer saftigen Pension rechnen. Er hadert auch nicht mit dem bayerischen Schulsystem, das ihm die schwierigeren Schüler (zumeist männlich) vom Leibe hält. Meint man. Schreiber sieht das anders. Und wie er das sieht, hat er sich auf 250 Seiten von der Seele geschrieben. Außerdem hat er eine national bekannte Persönlichkeit für das Vorwort gewonnen: Boris Erasmus Palmer, Ex-Grüner und Oberbürgermeister von Tübingen, außerdem hochbegabt.
Mit diesem Namen im Rücken schildert er seinen „Lehreralltag Ein Blick hinter die Schulkulisse“ (Titel). „Mit scharfem Blick, trockenem Humor und viel Herz schildert er Geschichten, die zum Lachen bringen – und zum Nachdenken zwingen.“ So ist es dem Klappentext zu entnehmen. Hat man das Buch gelesen, bleibt von Humor und Herz nicht mehr viel übrig. Man muss übrigens dieses Buch nicht gelesen haben. Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten kennen aus ihrem Alltag genügend skurrile Geschichten. Schüler und Eltern ebenso.
Ein Gespräch mit den Linke-Stadträtinnen Lara Bakac (Dorfen) und Silvia Langen-Kramer (Erding)
Im Jahre 1935 ließ das Nazi-Regime in Erding den Fliegerhorst errichten. Der neue Militärflughafen war Teil eines gigantischen Aufrüstungsprogramms und der Vorbereitung auf den vier Jahre später von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkrieg. Nach 1945 wurde der Fliegerhorst weiter militärisch genutzt: Zunächst von der US-Air-Force und ab Gründung der Bundeswehr im Jahre 1955 von dieser als Flughafen sowie als Instandsetzungs- und Versorgungszentrum.
Seit 1990 ging die militärische Nutzung des Fliegerhorsts jedoch stark zurück und 2011 kündigte die Bundeswehr ihren völligen Abzug bis Ende 2024 und die Übergabe des gesamten Geländes an die Stadt Erding an (1). Im Erdinger Rathaus begannen daraufhin die Planungen für einen neuen Stadtteil im Nordosten, die mit einem städteplanerischen Wettbewerb 2021 ihr vorläufiges Ergebnis fanden: Ein neuer Bahnhof, dahinter weitläufige Wohnbebauung mit Gewerbe- und Freizeiteinheiten, alles gut gemischt und ziemlich grün. (2)
Doch im Zuge der von Scholz 2022 ausgerufenen ‚Zeitenwende‘ und der seitdem galoppierenden Militarisierung wurde die Konversion widerrufen und eine weitere militärische Nutzung des Fliegerhorsts beschlossen. In enger Kooperation von Bundesverteidigungsministerium, Land Bayern, Stadt Erding, TU München sowie weiteren Institutionen und Unternehmen soll Erding nun sogar zum „Knotenpunkt des bayerischen Defense-Ökosystems“ werden.
Wohnraum wird immer teurer, egal ob zum Bauen oder zur Miete. Anders gesagt: die Kosten für Miete oder der Kauf einer Wohnung steigen seit langer Zeit erheblich schneller als die verfügbaren Einkommen. Diverse Bundesregierungen, egal ob schwarz-rot, rot-grün oder noch bunter sahen die Lösung im Neubau. Auch in Dorfen wurde im Wahlkampf von allen Parteien dies als wesentlicher Teil der Lösung angesehen. Die Schaffung neuen Wohnraums soll durch Angebotssteigerung eine Preissekung verursachen, so die bilderbuch-kapitalistische Denklogik. Dabei schielen alle auf das Meindlareal und beklagen, dass die Entwicklung viel zu langsam voran schreitet. Das sollten wir genauer betrachten.
Es soll hoch hergegangen sein beim letzten Koalitionsgipfel in der abgeschotteten Villa Borsig im Norden Berlins. Wie gemunkelt wurde, sollen die Verhandlungen zwischen den Koalitionspartnern kurz vor dem Abbruch gestanden haben. Aber eine Regierung, die an Unbeliebtheit kaum noch zu toppen ist, riskiert so schnell keinen Bruch. Worum ging‘s? CDU/CSU wollten u.a. die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zur Disposition stellen und einen Karenztag* einführen. Außerdem soll‘s zum wiederholten Mal um die Abschaffung des 1.Mai als gesetzlichen Feiertag gegangen sein, wie der Spiegel berichtete. Auch wenn diese Provokation bei der Wunschliste der Christsozialen nicht ganz oben gestanden haben dürfte, wollten sie zeigen, welche Giftpfeile in ihrem Köcher für später in petto gehalten werden. Denn geht die Entwicklung so weiter, ist eine Koalition zwischen AfD und CDU/CSU trotz Dementis nicht ausgeschlossen. Spätestens dann könnte man den 1.Mai geräuschlos abräumen. Außer die AfD besteht wieder mal auf einen 1.Mai als Tag der nationalen Arbeit. Das wäre nicht neu.
Vor allem wegen ihres konsequenten Engagements für Mieter:innen und gegen Rechts und weil sie das auch online sehr offensiv betreibt, hat die Linkspartei in letzter Zeit viele Wähler:innen aber auch neue Mitglieder gewonnen. Im Wahlkreis Erding-Ebersberg treten zur Kommunalwahl nun erstmals auch in Ebersberg und Dorfen parteilinke Listen an, dazu wie bisher schon in Grafing und Erding. Geht man von einem ähnlichen Wahlverhalten wie bei der BTW `25 aus, bei der die Linke in allen genannten 4 Städten über 6% lag (z.B. Dorfen: 6,4% = 592 Zweitstimmen) und rund 3% das BSW wählten, das hier am 8. März aber nicht antritt, werden vermutlich jeweils ein bis zwei Linke in die ‚Kommunalparlamente‘ einziehen. Was können sie dort bewirken?
Wir haben uns bisher, was die Vorgänge in Palästina betrifft, im Info sehr zurückgehalten. Auch wir waren schockiert über das brutale Vorgehen der bewaffneten Brigaden am 7. Oktober im Grenzgebiet zu Israel. Lange waren wir sprachlos ob der Grausamkeit dieser Attacken. Inzwischen ist viel Zeit vergangen. Die israelische Armee hat sich im Auftrag der Netanjahu Regierung nicht nur an der Hamas gerächt. Diese ist bewaffnet und kann sich im unterirdischen Tunnelsystem verstecken. Schutzlos dem „Feuersturm“ der israelischen High Tech Armee ausgesetzt war und ist nach wie vor die Zivilbevölkerung in Gaza. Wie selbst der israelische Militärgeheimdienst feststellte, waren bisher fünf von sechs Todesopfer auf palästinensischer Seite Zivilisten, vor allem Frauen und Kinder. Mehr als 60 000 identifizierte Tote, Hunderttausende Verletzte. Wie viele unter den Trümmern der Häuser liegen? Wir wissen es nicht.
In den frühen Morgenstunden (zw. 2 Uhr und 4 Uhr) des 13. Juni wurde der Iran von den israelischen Luftstreitkräften angegriffen. Ein Sprecher des Bundeskanzleramts bestätigte, dass der israelische Ministerpräsident Netanjahu Bundeskanzler Merz über die geplante „Luftoperation“ gegen iranische Ziele informiert hatte. Das Telefonat soll bereits am Vorabend stattgefunden haben. Benjamin Netanjahu stellte die Angriffe als präventiven Schutz Israels dar: Er erklärte, mit der Operation „Rising Lion“ wolle man „die iranische Bedrohung für das Überleben Israels zurückdrängen“ und nicht zulassen, dass Teheran in den Besitz von Atomwaffen komme. Jahrzehntelang hätten die Machthaber in Teheran offen mit der Vernichtung Israels gedroht und ihr Atomprogramm genau darauf ausgerichtet. Daher werde Israel so lange zuschlagen, „wie es nötig ist, um diese Bedrohung zu beseitigen“. Ist diese Begründung für einen Präventivschlag stichhaltig?
„Smarter steels for people and planet“ heißt es auf der Website des global zweitgrößten Stahlriesen ArcelorMittal. Eine der üblichen PR-Phrasen, mit der Konzerne ihr Hauptziel, nämlich das Kapital der Unternehmenseigentümer- bzw. -aktionär:innen zu mehren, verdecken.
Zwar behaupten Vorstandsvorsitzende und ihre liberalen Verbündeten in der Politik regelmäßig, dass sich Umweltschutz und Gewinnorientierung nicht widersprechen, ja mitunter sogar einander bedingen. Aber in der schnöden marktwirtschaftlichen Realität entscheiden sich Konzernvorstände immer wieder für die Sicherung kurzfristiger Profite und gegen langfristige, risikobehaftete Umstellungen. So hat ArcelorMittal vor zwei Wochen bekanntgegeben, dass es entgegen der Verabredung mit der Ampel-Regierung seine Stahlproduktion in Bremen und Eisenhüttenstadt nun doch nicht auf Klimaneutralität umstellen wird. Die Verfügbarkeit bzw. die Preise von grünem Wasserstoff seien nicht kalkulierbar. Auch die vom damaligen Wirtschaftsminister Habeck zugesagten Fördergelder i.H.v. 1,3 Mrd. Euro würden nicht gewährleisten, dass eine klimaneutrale Stahlproduktion auch so profitabel läuft, wie sie laufen soll.
Anhänger:innen des „Green New Deal“, also marktimmanenter Maßnahmen zur Erreichung von Klimaneutralität, beschwören zwar immer wieder die steigende CO2-Besteuerung, die langfristig schon auch die Stahlindustrie in der EU auf Klimakurs zwingen würde. Aber die sieht sich einer wachsenden Konkurrenz v.a. aus Asien gegenüber und den Ansprüchen seiner Aktionär:innen auf Gewinn und Dividende. Wenn‘s drauf ankommt wird dann eben klimaschädliche Produktion beibehalten oder ganze Werke werden geschlossen oder ins Ausland verlagert. Die dringend erforderliche Dekarbonisierung in der Stahl- und in anderen Industrien kann so natürlich nur Stückwerk bleiben. Enteignung und Vergesellschaftung sind deshalb auch hier das Gebot der Stunde.
Anfang 2025 bin ich im Netz auf Fabian Lehr gestossen, genauer gesagt auf zwei seiner Youtube-Videos, in denen er sich mit der sogenannten ‚Brandmauer gegen Rechts‘ beschäftigt. Zwar befremdete mich anfangs etwas seine für social media ungewöhnlich trockene Vortragsweise Aber je mehr seiner Videos ich sah, man könnte sie fast als Vorlesungen bezeichnen, umso mehr lernte ich diese Form zu schätzen. Denn sie transportiert optimal den Inhalt und der hat es im besten Sinne in sich.
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| 7.09.26 | 18:30 | Kundgebung AfD und Rechtsruck entgegentreten Landshut, Altstadt/Rathaus |
| 7.09.26 | 19:30 | Arbeitstreffen AGI Arbeitstreffen Dorfen, GIKS |
| 10.09.26 | 20:00 | Film Egon Krenz - Kommunist Taufkirchen, Kinocafé |
| 14.09.26 | 19:00 - 21:00 | Offenes Treffen OT: Die AfD zwischen Regierungsmacht und Parteiverbot Dorfen, GIKS |
| 21.09.26 | 19:30 | Arbeitstreffen AGI Arbeitstreffen Dorfen, GIKS |
| 23.09.26 | 18:00 | Veranstaltung Kognitive Kriegsführung und die Rolle der Medien München, DGB-Haus |
| 24.09.26 | 19:00 | Veranstaltung Staatsräsonfunk Landshut, CBW |
| 26.09.26 | 12:00 - 15:00 | Kundgebung Kundgebung gegen Sozialkahlschlag Nürnberg, Kornmarkt |
| 30.09.26 | 19:00 | Podiumsdiskussion Wem gehört die Zukunft? München, NS-Dokuzentrum |
| 7.10.26 | 19:00 | Vernetzungstreffen Sozialkahlschlag und Militarisierung in der Region Erding Erding, AWO-Café |
Nichts auf der Welt ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
Victor Hugo